Nachruf Pfarrer Hansjürgen Herpel

Nachruf Pfarrer Hansjürgen Herpel

Nachruf Pfarrer Hansjürgen Herpel

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Nachruf Pfarrer Hansjürgen Herpel

Am 4. Februar 2026 ist unser ehemaliger Pfarrer Hansjürgen Herpel gestorben. Der Rückblick auf sein Wirken als Pfarrer unserer Kirchgemeinde, die damals noch Kirchengemeinde Gelsenkirchen-Bismarck hieß, spiegelt ein Stück Gemeindegeschichte und mehr.  Hansjürgen Herpel kam 1968 nach bestandenem zweitem theologischem Examen in unsere Gemeinde und wurde am 21. Januar 1969 ordiniert und noch in demselben Jahr zum Pfarrer im Bezirk Haverkamp gewählt und vom damaligen Superintendenten Kluge eingeführt. 1973 kam Pfarrer Dohm in den Bezirk Bismarck West. Damit waren alle 5 Bezirke komplett: Pfarrerin Erika Beckmann, die Pfarrer Gerhardt, Gerlach, Herpel und Dohm.
Die Gemeinde zählte ca. 15.000 Gemeindeglieder. Gottesdienste in der Christus- und Gnadenkirche. Ein Frühgottesdienst um 8 Uhr in der Bleckkirche und an jedem 1. Sonntag im Monat ein Abendmahlsgottesdienst im Haverkamp. Hinzu kam an jedem 2. und 4. Sonntag, wenn es notwendig war, ein Taufgottesdienst in der Christuskirche.  
Es gab dann aus Sicherheitsgründen eine notwendige Schließung der Bleckkirche. Es sollte aber kein Gottesdienst ausfallen. Der sonntägliche Gottesdienst im Haverkamp erblickte das Licht der Gemeinde.   Das Pfarrteam war nicht nur eine Dienstgemeinschaft am gemeinsamen Arbeitsplatz, sondern sah auch die Verantwortung in der Sorge füreinander, füreinander im Dienst und füreinander in dem Augenmerk für die Familien. Gemeinsame Freizeitgestaltung und Familienfeiern gehörten dazu. Hansjürgen, seine Frau Gerda und die drei Kinder haben dazu viele Impulse gegeben.

 Hansjürgen Herpel wurde schon sehr früh in Leitungsaufgaben des Kirchenkreises berufen, ohne seine Berufung als Gemeindepfarrer aus dem Fokus seines Selbstverständnisses zu verlieren. Er wurde der jüngste Synodalassessor der westfälischen Kirche. Er übte dieses Nebenamt von 1976-1984 aus. Auch in der folgenden Zeit war Hansjürgen Herpel immer Grenzgänger, der die Freude und Sorgen um den Lebensraum Kirche wahrnahm und in den Predigten erkennen ließ.

 Nicht umsonst war er einer unserer Vertreter auf der Landessynode. So spannte er über seine Aussagen zu den aktuellen Fragen immer wieder einen Bogen und weitete uns den Blick, das Detail zu sehen, aber dabei sich nicht so fixieren zu lassen, dass etwas Kleinkariertes dabei herauskam. Seine germanistische Begabung konnte er dabei voll einbringen.

 Bei allen Dingen, die über das Wirken von Pfarrer Hansjürgen Herpel genannt werden müssen: Vernetzung seines Schaffens von Gemeinde - Kirchenkreis - Landeskirche und Kommune, war immer sein Standbein in der Gemeinde, in Gelsenkirchen, einer Stadt, die im Wandel der Zeit sich immer auf neue Gegebenheiten und Herausforderungen hat einlassen müssen.

  Er war der Begründer des oekumenischen Arbeitskreis mit den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. Dazu gehörten zahlreiche Begegnungen mit Vertretern der anglikanischen Kirche. Er hat immer wieder deutlich gemacht, dass ökumenische Begegnung nicht nur ein Treffen auf begrenztem Bereich ist, sondern eine Bewegung sein muss, die Grenzen, Gruppen-, Gemeinde- und Ländergrenzen überwindet. 

 Hansjürgen Herpel erlebte aber auch noch während seiner Tätigkeit, dass eine Pfarrstelle eingezogen wurde. Pfarrerin Beckmann wechselte vom Haverkamp in den Trinenkamp. Die Gemeinde Bismarck, unsere Gemeinde, musste sich bewegen. Die Strukturen mussten der Gegenwart angepasst werden, was nicht bedeutete, die Botschaft des Evangeliums musste angepasst werden. Vielmehr, so haben wir es von ihm gehört: Die Botschaft wird uns leiten und führen, damit unsere Bewegung ein Ziel bekommt. 

Schon damals hat er uns bei seinem Eintritt in den Ruhestand 1999 erklärt und als Vermächtnis hinterlassen:

Der Satz, das war doch immer so, stimmt einfach nicht. Es gab immer schon fließende Bewegungen. Und es wird auch immer fließende Bewegungen geben. Deshalb ist alle Panik oder besorgniserregende Angst unbegründet. Hansjürgen Herpel behauptete sogar, dass sie schädlich ist. 

Ein Gedanke muss sich auch heute in unseren Köpfen festsetzen: Es gibt keine Sieger und keine Verlierer, wenn wir der Jahreslosung 2026 Glauben schenken:

„Siehe, ich mache alles neu.“

Wir danken Gott für Hansjürgen Herpel und seinen Dienst als Pfarrer in unserer Kirchengemeinde und wissen ihn nun in Gottes Geborgenheit. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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