Ehrenamtliche in der Jugendarbeit Warum sie so wichtig sind!

Ehrenamtliche in der Jugendarbeit Warum sie so wichtig sind!

Ehrenamtliche in der Jugendarbeit Warum sie so wichtig sind!

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Ehrenamtliche in der Jugendarbeit Warum sie so wichtig sind!

Auch ich habe als Ehrenamtlicher angefangen: im Konfirmandenunterricht meiner Gemeinde. Es packte mich, gab mir Sinn und Erfüllung. In der Konfirmandenarbeit war ich mit jungen Menschen unterwegs, die ihren Glauben finden wollten. Die Erkenntnis, Teil ihres Weges zu werden, sie zu begleiten, und mit ihnen zusammen zu wachen hat mich selber sehr geprägt.

Später arbeitete ich in einem neuen Jugendhaus in der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit und merkte: Ich mag die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, auch in diesem Bereich. So wurde aus dem Ehrenamt mein Beruf. Ich studierte Soziale Arbeit und Sozialpädagogik und bin nun hauptamtlicher Jugendreferent, der selber viele Ehrenamtliche begleitet.

Warum Ehrenamtliche in der Kinder- und Jugendarbeit besonders wichtig sind

Ehrenamtliche begleiten Kinder und Jugendliche über längere Zeit. Sie schaffen verlässliche Begegnungsräume, in denen junge Menschen Freundschaften schließen, soziale Kompetenzen üben und Verantwortung übernehmen. Manchmal hat man das eine Kind, in sich gekehrt, deswegen sonst von anderen ignoriert, im sonstigen Alltag unauffällig, alleine. Und es sitzt dann da und malt mit den anderen zusammen. Es zeichnet für sich Comicfiguren, denn das ist seine Leidenschaft. Nun aber schauen andere Kinder zu, es kommt zum Austausch darüber, wie man zeichnet. Die Kinder kommen, über dieses Talent, ins Gespräch miteinander. Es entsteht ein Andockpunkt, aus dem sich etwas entwickeln kann.  

Ehrenamtliche ergänzen professionelle Angebote, ermöglichen niedrigschwellige Projekte und sorgen dafür, dass Freizeit-  und Bildungsangebote vor Ort dauerhaft bestehen bleiben. Damit stärken sie das Gemeindeleben und das Zusammenleben in unserer Stadt.  Ohne Ehrenamtliche wären viele Freizeiten, Gruppen und Veranstaltungen nicht möglich. Beispiel gefällig? Unsere Ponyhoffreizeit wird von mir als Hauptamtlichem geleitet. Hinzu kommen drei bis sieben Ehrenamtliche, die mitarbeiten. Diese sind dann z.B. im Reitdienst aktiv oder bieten weitere Aktivitäten für die Kinder an. Sie sind auch immer Ansprechpersonen für die teilnehmenden Kinder, altersmäßig nah dran.

Aber auch auf dem Gemeindefest arbeiten Ehrenamtliche aus der Kinder- und Jugendarbeit mit – gemeinsam mit den vielen anderen Ehrenamtlichen der Gemeinde.

Wie Hauptamtliche Ehrenamtliche in der Jugendarbeit begleiten.

Vier Bausteine sind aus meiner Sicht zentral, damit Ehrenamt gelingt:

Qualifizierung und Begleitung — Fortbildungen, klare Aufgabenprofile und verlässliche Ansprechpartner. Im Jugendbereich bieten wir Schulungen wie die TIAS-Ausbildung an. TIAS steht für Teamer_innen in Ausbildung. Hier werden Grundlagen vermittelt, wie man mit Gruppen umgeht und was zu beachten ist. Ebenso vermitteln wir hier eine Bibliothek von Wissenüber z.B. Spiele. Diese Ausbildung mündet dann in der JULeika Schulung (JugendLeiterKarte). Dort werden die Themen wieder aufgegriffen und vertieft: Es geht um pädagogische Fragen (Gruppe, Entwicklungspsychologie, Bildung) und um rechtliche Fragen. Und es wird viel ausprobiert und eingeübt.

Strukturelle Unterstützung — Koordination der Arbeit, Unterstützung bei Rechtsfragen, Bereitstellung von Material und Verwaltungsarbeit sind Aufgaben der Hauptamtlichen. Daneben sind die Hauptamtlichen Ansprechpersonen für kleine und große Probleme in der Arbeit (und oft auch darüber hinaus). Beratungskompetenz ist eine wichtige Kompetenz von Hauptamtlichen. Sei es, dass es in der Schule nicht gut läuft, Stress in der Beziehung herrscht oder einfach mal die Motivation fehlt. Unsere Aufgabe als begleitende Hauptamtliche ist es, Hilfestellung anzubieten oder zumindest zu vermitteln und Perspektiven aufzuzeigen oder zu entwickeln.

Partizipation - Jugendliche sind aktive Mitgestalter in Gremien und Projekten und müssen darin auch gestärkt und unterstützt werden: Sei es die kommende Vollversammlung, der Jugendausschuss oder ein Arbeitskreis. Überall wird nach Expertise und Meinung gesucht und gefragt. Nirgends sonst kann man so niederschwellig einsteigen in Führungs- und Leitungsaufgaben und sich ausprobieren.

Anerkennungskultur — Der/die Hauptamtliche gibt wertschätzende Rückmeldungen zur Arbeit der Ehrenamtlichen. Dazu gehören auch immer mal wieder ein ernstgemeintes „Danke“ oder eine gemeinsame Pizza. Aber auch spannende Schulungen, Events wie Neujahrsempfänge oder der Jugend-Adventsevent bilden immer wieder Raum für sich selber in der Gemeinschaft mit anderen.

Im Korintherbrief beschreibt Paulus die Notwendigkeit aller Teile des menschlichen Körpers: „Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus.“ (1. Korinther 12.12., Luther 2017) Und so bilden wir alle, egal ob im Haupt- oder Ehrenamt tätig, die christliche Gemeinschaft nach, jedes Mitglied mit seinen Möglichkeiten!

Und darum an alle Ehrenamtlichen in unserer Gemeinde: DANKE für Ihre/Eure Zeit, Ihre/Eure Energie und Wissen — durch Sie und Euch wird Gemeindeleben erst möglich.

Dennis Hüllinghoff (Jugendreferent der Apostel-Kirchengemeinde)

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